Nina und die Achtsamkeit


Noch vor ein paar Jahren war ich mit mir, meinem Gedankenkarusell und meinen Verhaltensmustern total unbewusst. Ich war so nervös - ich konnte noch nicht mal in die Sauna - weil man da ja so lang still sitzen musste! :-)

Ich bin morgens aufgestanden und war direkt im Stress. Habe direkt daran gedacht, was ich alles erledigen muss, mein Tag als To-do-Liste gesehen, und ich wusste, "ich werde bestimmt wieder keine Zeit für mich haben." Geschweige denn mal kurz zu schauen, wie es mir denn ging. Ich war sofort für mein Kind da oder habe überlegt, wann es wohl aufwacht und was ich vorher vorbereiten könnte. Mein beruflicher Hintergrund hat das natürlich gefördert - ich war Projektmanagerin, totaler Kopfmensch und mein Job war es, Listen abzuarbeiten und vorausschauend zu planen oder sofort zu reagieren, wenn etwas nicht nach Plan lief. Aber am meisten war ich es tatsächlich gewöhnt, dass alles nach meinem Plan lief!


Klingt irgendwie verrückt, wenn ich es so aufschreibe. :) War es ja auch!

Tja, und als ich Mama wurde, lief plötzlich gar nichts mehr nach Plan. Es war mit Baby nahezu sinnlos, einen Plan überhaupt erst zu erstellen. Spontanität, Gelassenheit und viel Selbstwert waren gefragt. Das hat mich ehrlich gesagt total fertig gemacht. Ich habe nur noch reagiert und funktioniert. Die Freude daran wurde immer weniger. Ich wurde richtig depressiv.


Irgendwann bin ich auf das Thema Achtsamkeit gestoßen, habe einen 8-wöchigen MBSR Kurs (bei Catharina Guth*) gebucht, der mir wirklich sehr helfen sollte. Aber erst einmal war ich schockiert! Und zwar darüber, wie unachtsam ich mit mir war, obwohl ich doch erfahrener Pilates Coach war. Es begann schon damit, dass ich nicht wusste, wie ich meinen Körper im Alltag überhaupt wahrnehmen konnte. Ich hatte mich ja total fremdgesteuert gefühlt. Und nur in Momenten, wo ich bewusst Sport (v.a. Pilates) betrieben habe, fühlte ich meinen Körper wirklich. Das waren auch die Momente, in denen ich meine Energie frei fühlen konnte. Nach der Pilatesstunde ging ich sofort wieder in den Autopilot zum "Abarbeiten meiner Aufgaben" - immer was zu tun, immer im Stress.


Doch je mehr ich mich mit Achtsamkeit beschäftigte, desto mehr stellte ich fest, dass ich immer besser diesen Autopilot abstellen konnte, auf dem ich die ganze Zeit lief: mit jeder Übung und Erkenntniss war ich innerlich weniger dazu angetrieben, meine Handlungen im Alltag einfach abzuarbeiten. Sondern mehr im Bewusstsein darüber, was ich tat, wie ich über mich denke, wie ich mit mir rede und vor allem, wie ich darauf Einfluss nehmen kann!

Genau darum geht es bei Achtsamkeit: Du spürst immer besser hin, du hörtst dir immer besser zu. Und lernst, deine Reaktion auf einen Impuls von außen (z.B. Babygeschrei) oder Impuls von innen (Gedanke an eine unerledigte Aufgabe) etwas verzögert und daher bewusster zu kontrollieren.


Du agierst mehr im Bewusstsein statt zu reagieren. Du handelst mehr nach deinen Werten. Und nach deinen Bedürfnissen. Auch den körperlichen Bedürfnissen.


Das wiederum wirkt sich so positiv auf dein Wohlbefinden aus, dass du auf einmal viel mehr Energie hast (die du dann ja – nicht nur, aber auch – in zu erledigende To-dos stecken kannst 😉). Ohne meine tägliche Achtsamkeitspraxis könnte ich viele Dinge in meinem Alltag nicht so gut meistern und mit stressigen Situationen nicht so souverän umgehen. Mittlerweile bringt mir das viel Leichtigkeit und Freude und wirkt sich auf alle Lebensbereiche aus.

Wenn du neugierig geworden bist, was es mit der Achtsamkeit auf sich hat, schau gern immer mal wieder hier auf meinem Blog vorbei oder hol dir auf meinem Instagram-Profil Inspiration!

Achtsame Grüße,

Deine Nina


* Ich möchte dir von Herzen - ganz unbeauftragt und unbezahlt - ihre Angebote empfehlen https://www.catharinaguth.de/angebot/ Bei Catharina habe ich meinen MBSR Kurs gemacht, als sie noch in Mainz war. Das war ein Startschuss in ein entspannteres Leben. Danke dafür!